Bibliothekskonzept: Kritik am Outsourcing der Medienauswahl der ZLB

Das von ver.di seit langem kritisierte Outsourcing der Medienauswahl der Zentral- und Landesbibliothek ist u.a. Thema bei der Forderung der Berliner Grünen nach einem Bibliothekskonzept / Bibliotheksentwicklungsplan für Berlin.

In einem Artikel der taz zum Thema heißt es:

Aber ein Gebäude allein macht die LeserInnen der Stadt auch nicht glücklich – daher die Forderung nach einem Entwicklungsplan, der Bedarfe und Ausstattung klar festlegt, und nach einer fachlichen Leitung. Die Geschäftsführung der ZLB durch den „Managing Director“ Volker Heller reiche einfach nicht aus, ein Haus in dieser Größe adäquat zu führen, so Sabine Bangert. Sie wiederholte die schon des Öfteren von ZLB-Mitarbeitern vorgetragene Kritik, dass die Beschaffung des Medienbestands outgesourct wurde – zuletzt an den Großbuchhändler Hugendubel. „Wir befürchten eine Verflachung des Angebots“, warnte Bangert.

und in der Berliner Morgenpost:

Die Grünen fordern auch, der ZLB wieder eine bibliothekarische Leitung zu geben. Das Haus dürfe nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden. Die Kritik richtet sich gegen Volker Heller, der seit 2012 die Landesbibliothek managt. Die Führung sei nicht adäquat, sagte Sabine Bangert, die Vorsitzende des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus. Die Grünen kritisieren insbesondere, dass die ZLB die Medienbeschaffung outgesourct habe und nun durch eine Buchhandelskette wahrnehmen lässt. Sie befürchten eine Verflachung des Angebots, mit dem die Zentral- und Landesbibliothek ihrer Rolle nicht gerecht werde.

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Warum soll Hugendubel die Bücher aussuchen? – Vortrag u. Diskussion zur Privatisierung der Medienbeschaffung der Öffentlichen Bibliotheken

via attac berlin

Der Berliner Kultursenat treibt die Privatisierung der Buchauswahl voran. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) soll zur Eventbibliothek umgebaut werden.

Die ZLB hat den größten und vielfältigsten ausleihbaren Buchbestand aller öffentlichen Bibliotheken Europas. Sie ist die meistgenutzte Kultureinrichtung des Landes. Damit dürfte es bald vorbei sein. Das 2012 neu eingesetzte „Management“ der ZLB verfolgt ein völlig „neues“ Konzept: Nicht mehr die Bibliothek sondern Events sollen jetzt das Publikum anziehen. Zunächst wurde ein Teil der Medienbeschaffung – noch unter dem rot-schwarzen Senat – privatisiert. Unter dem neuen linken Kultursenator geht es nun munter weiter.

Inzwischen wird der größte Teil der Buchauswahl und die Bestandspflege an die Firma Hugendubel, einen der größten Buchhandelskonzerne Deutschlands, ausgelagert.

Zu Lasten des lokalen Buchhandels, der bisher eine große Rolle bei der Beschaffung spielte. Es profitiert ein Konzern, die Buchhändler vor Ort werden zugunsten von Hugendubel verdrängt. Hier wird ein wesentlicher Bestandteil unserer literarischen Kultur und Bildung im Profitinteresse „umfunktioniert“. Dieser neoliberalen Privatisierung, die erklärtermaßen  beispielgebend für andere Großstadt-Bibliotheken sein soll, gilt es, sich entgegenzustellen.

Peter Delin, Verdi-Betriebsgruppe, langjähriger Lektor an der ZLB, erklärt die Auswirkungen einer privatisierten Medienbeschaffung und die Strategie des Berliner Senats.

Ulrike von Wiesenau, Kultur-Referentin des Vereins „Gemeingut in BürgerInnen- hand“ (GiB) und Vorstand des  Freiburger Instituts für soziale Gegenwartsfragen, berichtet über die Aneignung öffentlicher Institutionen und Aufgaben durch private Konzerne und deren politische Vollstrecker als Teil der weltweiten Strategie des Neoliberalismus.

N.N. Buchhändler

Heinz Balzer, attac Berlin, moderiert.

Buchhändlerkeller

Carmerstraße 1
10623 Berlin

Vortrag von Lothar Brendel, Personalratsvorsitzender der ZLB bei der Fachtagung „Die Zukunft der öffentlichen Bibliotheken in Berlin“

Am 05.03.2018 hatte die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion die Linke, Regina Kittler, zu einer Fachtagung zum Thema Zukunft der öffentlichen Bibliotheken in Berlin ins Abgeordnetenhaus eingeladen. Auch die vom Managementdirektor der ZLB, Herrn Volker Heller, vorangetriebene Auslagerung der Medienauswahl und –beschaffung an den Buchhandelskonzern Hugendubel war Thema.

Die Fachtagung wirkte wie eine Legitimationsveranstaltung, weil – mit einer Ausnahme – nur Rednerinnen und Redner eingeladen wurden, die das Outsourcing bisheriger Kernaufgaben der Bibliotheksarbeit mit Steuergeldern an die Privatwirtschaft unterstützten. Einzig der Personalratsvorsitzende der ZLB, Lothar Brendel, erhielt als einer von sieben Podiumsgästen die Gelegenheit zu einem kritischen Beitrag, den wir nachfolgend dokumentieren:

„Die Zukunft der öffentlichen Bibliotheken in Berlin“ (.pdf)

Vortrag von Michael Knoche: „Wozu noch Bibliotheken?“

Im DLF ist ein interessanter Vortrag von Michael Knoche gesendet worden. Er konzentriert sich zwar auf wissenschaftliche Bibliotheken, vieles davon ist aber auch auf die ZLB anwendbar und auf ihre Rolle im vernetzten Angebot des Verbunds der öffentlichen Bibliotheken in Berlin. Schließlich kann qualifizierte Information nicht bloß einer Elite vorbehalten bleiben, die die wissenschaftlichen Bibliotheken benutzt. Die Grundthesen decken sich mit den Vorstellungen, die die ver.di Betriebsgruppe vertritt. Knoche gehört zu den bedeutenden Bibliothekaren in Deutschland.

Hier der Link zum Vortrag:
Knoche, Michael. 2017. Informationsgewinnung: Wozu noch Bibliotheken?
Essay und Diskurs. Deutschlandfunk. Köln: Deutschlandfunk, 17. Dezember (28 Minuten).

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2017/12/17/wozu_noch_bibliotheken_dlf_20171217_0930_dfb94ef5.mp3

Einleitung zur Sendung:
http://www.deutschlandfunk.de/informationsgewinnung-wozu-noch-bibliotheken.1184.de.html?dram:article_id=399277

Die „Hugendubelisierung“ der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Unseren Protesten zum Trotz wird die Firma „Hugendubel Fachinformationen“ voraussichtlich ab Januar 2018 die Bücherauswahl der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) in sechs von sieben Fachgebieten übernehmen. Dazu hat der Sozialpolitische Arbeitskreis (SAK) der Linken in Charlottenburg-Wilmersdorf am 26. Oktober eine Informations- und Diskussionsveranstaltung organisiert, zu der Peter Delin von der Verdi-Betriebsgruppe der ZLB als Referent gewonnen werden konnte. Sein Beitrag behandelte die absehbare Verflachung des Angebots und andere Konsequenzen des Outsourcings.

Wir teilen hier gerne einen Bericht von Arbeitskreissprecher Detlef Bimboes, zuerst veröffentlicht auf der Webseite des SAK. Weitere Informationen zum Thema und der Vortragstext von Peter Delin sind ebenfalls dort zu finden.

 


Neuausrichtung der ZLB scheidet die Geister

Kontroverse Debatte im „Terzo Mondo“

Detlef Bimboes

Auf der gut besuchten Veranstaltung des Sozialpolitischen Arbeitskreises (SAK) der Linken am 26. Oktober ging es teilweise hoch her. Der Arbeitskreis im Bezirksverband Charlottenburg-Wilmersdorf hatte eingeladen, weil er das Outsourcing zentraler Aufgaben der Berliner Zentral und Landesbibliothek (ZLB) an den Buchhandelskonzern Hugendubel ablehnt. Das ist Teil der Neuausrichtung und Gegenstand einer Kontroverse, die schon seit mehreren Jahren zwischen Personalrat, ver.di und der Bibliotheksleitung ausgetragen wird. Für die Diskussion fand der SAK Unterstützung durch den Referenten und ehemaligen langjährigen Lektor Peter Delin an der ZLB, die Gewerkschaftssekretärin Jana Seppelt und den Personalratsvorsitzenden Lothar Brendel. Seitens der Senatsverwaltung für Kultur nahmen Staatssekretär Dr. Torsten Wöhlert (Die Linke) und ZLB-Managementdirektor Volker Heller teil.

Hier soll nur ein erster Eindruck und Überblick in das kontrovers diskutierte Thema gegeben werden, insbesondere für jene, die sich damit bislang nicht näher befasst haben. Deshalb wird hier auch auf das pro und contra nur kurz eingegangen. Diesbezüglich können einige wichtige Argumente dem Anhang entnommen werden. Ausführlicheres dazu soll vorbereitet werden*.

Das einzigartige Profil der ZLB geht verloren

Eingangs hielt Peter Delin einen kompetenten und sachlichen Vortrag und beschrieb zunächst das einzigartige Profil der Zentral- und Landesbibliothek Berlin für die allgemeine Bevölkerung Berlins. Er schilderte im Ablauf, wie das Management der ZLB nach dem Regelwerk des Change-Managements mit autokratischem Leitungsstil, seit 2014, systematische Struktur- und Profiländerungen mit einem von Volker Heller dafür eingesetzten Leitungsstab vorantreibt**. Leitlinie ist dabei nicht die Weiterentwicklung des Erfolgsmodells ZLB auf qualitativ höchstem Niveau, sondern die regressive Umwandlung einer einzigartigen Kultur- und Bildungseinrichtung nach kennzahlengestützten Kriterien. Sie soll mit dem Ziel betrieben werden, ein „Höchstmaß an wirtschaftlichem Einsatz von Fremddienstleistungen“ (Volker Heller) zu ermöglichen.

Outsourcing von Buchbeschaffungen auch als bundesweites Modellprojekt

Es geht nicht nur darum, die ZLB mehr und mehr zu einer Eventbibliothek umzubauen, sondern auch darum, Zeichen für andere große Bibliotheken im Bundesgebiet zu setzen. Für diese Umstrukturierung der ZLB wurde die Zahl der Fachlektoren im Bereich Erwachsenenbibliothek allein zwischen 2013 und 2015 von 25 auf 15 reduziert, die nun z. T. willkürlich zusammengewürfelte Fächerkombinationen zu bearbeiten hatten. Dabei ging eine Menge an Knowhow verloren. Schließlich haben die Lektoren 10 oder 15 Jahre lang qualifiziert einzelne Sachgebiete bearbeitet.

Bereits im Jahre 2016 war die Hälfte der Buchbeschaffung erstmalig an die beiden privaten Großbuchhandlungen ekz.bibliotheksservice GmbH in Reutlingen und Hugendubel in München outgesourct worden. Daran konnte auch der Protest von 20.000 LeserInnen nichts ändern. Inzwischen ist im Mai dieses Jahres mit Zustimmung von Kulturstaatssekretär Dr. Torsten Wöhlert (Die Linke) beschlossen worden, dass künftig nach offiziellen Angaben nun sogar über 70 Prozent des Bucherwerbs der ZLB über die Hugendubel Fachinformationen GmbH laufen wird. Wie Gewerkschaftssekretärin Jana Seppelt in Junge Welt vom 01.11.17 mitteilte, läuft der „Vertrag über drei Jahre, mit zweijähriger Verlängerungsoption bis 2022. Der outgesourcte Medienetat liegt bei 700.000 Euro jährlich“. Damit wird die Weiterentwicklung einer sinnvollen Kooperation der Kolleginnen und Kollegen mit spezialisierten lokalen, kleinen und mittleren Fachbuchhändlern weitgehend abgebrochen zugunsten des Buchhandelskonzerns Hugendubel.

Verflachung des Bildungsangebots ist abzusehen

Soweit bekannt, stellt Hugendubel für die Medienaufbereitung drei weitere Mitarbeiter ein und schafft im Bibliotheksteam, das auch andere Kunden betreut, zwei neue Stellen.

Es ist schlicht nicht möglich, dass die wenigen, bei Hugendubel dafür tätigen Beschäftigten 29 Wissensfächer der größten öffentlich-wissenschaftlichen Bibliothek in Deutschland so differenziert bearbeiten können wie eigene Fachlektoren der Bibliothek mit Kenntnis des Bibliotheksbestandes und der Leserschaft. „Damit wird – so Jana Seppelt – die ZLB langfristig ihre inhaltliche Kompetenz weitgehend verlieren“.

Die wenigen verbliebenen Lektoren sind nun fachlich nur noch verantwortlich für die Erstellung von Erwerbungsprofilen, die Signaturvergabe für die Neuzugänge und deren „prozessbegleitende Evaluierung und Kontrolle der Qualitätssicherung“. Ein solches Qualitätsmanagement der ZLB soll dafür sorgen, dass die bislang bestehende Beschaffungsqualität erhalten bleibt. Das dürfte kaum einzuhalten sein. Denn zum einen verlieren die Lektoren durch die fehlende Praxis im Umgang mit dem Buchmarkt notgedrungen ihre Kompetenz zur Evaluierung, da sie ziemlich schnell nicht mehr wissen können, was nicht von Hugendubel geliefert worden ist. Zum anderen greift Evaluierung und Qualitätskontrolle im Regelfall nicht unmittelbar in den Bestellprozess ein, sondern schaut immer nur im Nachhinein und zudem nur stichprobenartig auf die erzielten Ergebnisse der Fülle an bestellten Bücher und ob sie konkret für den jeweiligen Zweck richtig ausgewählt wurden. Insgesamt wird sich deshalb die inhaltliche Verflachung des Buchbestandes erst längerfristig bemerkbar machen.

Ein erstes Fazit – die Differenzen bleiben bestehen

Peter Delins Ausführungen und Schlussfolgerungen, denen sich auch Jana Seppelt und Lothar Brendel im Verlaufe der Diskussion anschlossen, wurden von Staatssekretär Dr. Torsten Wöhlert (Die Linke), der Leitung der ZLB wie auch weiteren RednerInnen nicht geteilt. Die Neuausrichtung berge keine Qualitätsverluste für die die Bibliothek. Das gelte auch für angestrebte Beschaffungslösung mit dem Buchhandelskonzern Hugendubel. Sie bekräftigten die getroffenen Entscheidungen. So dürfe der Schwerpunkt bibliothekarischer Arbeit nicht mehr auf dem Bestandsaufbau liegen. Die ZLB müsse auch den Blick auf eine sich wandelnde Gesellschaft richten, die Zugang zu Informationen und Medien rund um die Uhr im Internet hat.

In der Gesamtwertung erschienen dem SAK die Darlegungen seitens Kulturverwaltung und ZLB-Leitung nicht plausibel und teils widersprüchlich. Insbesondere war die Behauptung zum Outsourcing nicht überzeugend, dass ein gewinnorientierter Buchhandelskonzern – der zudem ohne bildungs- und kulturpolitischen Auftrag handelt – eine qualifizierte Medienauswahl in gleicher Weise leisten kann, wie die Fachlektoren der ZLB, zumal die öffentliche Einrichtung ihre Fachkompetenz zur Medienauswahl damit unwiderruflich verlieren wird.

Ein Teilnehmer hat es nach der Veranstaltung auf den Punkt gebracht:

„Wenn ein Konzern eine öffentliche Aufgabe übernimmt, dann macht er das nur, wenn er daran verdient. Es geht um seinen Profit. Die Qualität der Aufgabenwahrnehmung spielt eine untergeordnete Rolle. Wer diesen Grundsatz unserer Ökonomie nicht begreift, dem ist nicht zu helfen. Wenn der Hugendubel-Konzern nun die Medienbeschaffung für die ZLB macht, geschieht genau das. Die katastrophalen Folgen solcher Privatisierungen, beschönigend oft „outsourcing“ genannt, kann man sich landauf landab inzwischen ansehen. Nur in der Berliner Kulturverwaltung scheint das nicht angekommen zu sein“.

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* Zum pro und contra der Neuausrichtung der ZLB soll noch detaillierter informiert werden auf der Homepage des SAK.
** Der Vortrag ist auf der Homepage des SAK veröffentlicht.

Pressemeldung : ver.di protestiert gegen Privatisierung bei Zentral- und Landesbibliothek

Berlin, 29. August 2017
Nr. 158

Landesbezirk Berlin-Brandenburg

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Zentral- und Landesbibliothek Berlin:
ver.di protestiert gegen Privatisierung der Medienauswahl

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) soll die Auswahl und Bearbeitung der Bücher und Medien nahezu komplett an die Privatwirtschaft übergeben. Den Zuschlag soll der Münchner Buchhandelskonzern Hugendubel erhalten. Dies beabsichtigen die Bibliotheksleitung der ZLB, der Stiftungsrat der ZLB und die Senatsverwaltung für Kultur.

“Wir fordern die für die Berliner Kulturpolitik Verantwortlichen auf, die weitreichenden Outsourcingpläne mit dem Buchhandelskonzern Hugendubel zu verhindern“, so Susanne Stumpenhusen, Landesbezirksleiterin von ver.di Berlin-Brandenburg. „Werden die Pläne umgesetzt, droht eine Verflachung des Medienangebotes. Wir protestieren dagegen, dass die Medienauswahl und – bearbeitung als Kernkompetenz bibliothekarischer Arbeit mit Steuergeldern an den privaten Großbuchhandel ausgelagert werden.“ Die beabsichtigte Maßnahme gefährdet neben Lektoratsstellen auch Stellen in der Medienbearbeitung und Katalogisierung.

ver.di forderte vergeblich vor der Stiftungsratssitzung im Mai 2017 vom Kultursenat eine politische Grundsatzentscheidung für einen fachlich fundierten Bestandsaufbau in der Hoheit der Fachlektorate, um eine weitere Gefährdung des geschätzten differenzierten Bestandsprofils der ZLB zu verhindern.

Laut Ausschreibungstext soll Hugendubel jährlich 31.700 Buchexemplare auswählen, zusammenstellen und regalfertig liefern, außerdem 2.400 Filme und Musik-CDs. Der Vertrag gilt mit einem Volumen von 2,22 Mio. Euro bis 2020 mit der Option einer Verlängerung um 2 Jahre bis 2022 für dann insgesamt 3,7 Mio. Euro. Damit wird fast der gesamte Kaufzugang der ZLB an eine Privatfirma übergeben. Der bisherige Stiftungsrat der ZLB, der nur noch wenige Wochen im Amt sein wird, hat damit in letzter Minute den zukünftigen Stiftungsrat in einer entscheidenden Frage für das Profil der ZLB entmachtet, und zwar für seine gesamte kommende Amtszeit ab September 2017.

Ein herausragendes Merkmal der ZLB war bisher immer ein von fachlich spezialisierten Lektoren ausgewählter und gepflegter Buch- und Medienbestand, der alle Wissensgebiete auf allen Niveaus umfasste, vom einführenden Ratgeber bis zum wissenschaftlichen Werk für die Laienspezialisten. Das Ziel war, eine Sammlung aufzubauen, zu erweitern und zu aktualisieren, die alle Aspekte des publizierten Wissens allen Bürgerinnen und Bürgern in einer Universalbibliothek frei zugänglich macht.

Für Rückfragen:
Jana Seppelt, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin, Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung, mobil: 0151 / 1594 8842, Mail: jana.seppelt@verdi.de.